Heute Nacht haben Olivia und ich noch die letzte Urlaubswoche geplant. Wir haben uns nach längerer Abwägung zu Ko Chang entschieden und haben dann tatsächlich um 01:30 auch das passende Hotel gefunden und gebucht. Darauf haben wir noch einen Absacker getrunken, als plötzlich etwas hinter uns an die Terrassentür knallte. Ich dachte an einen terroristischen Anschlag und dass die Fensterscheibe zu Bruch gegangen ist. Das Wurfgeschoss stand allerdings selbstständig wieder auf und flog direkt an mein Bein. Danach prallte es wie ein Tischtennisball an alle Gebäudeseiten und zwar mit derartiger Wucht, dass mit Schäden an der Fassade zu rechnen war. Jetzt erkannten wir dass es sich um einen 20cm grossen, planlosen, dummen Käfer handelt - der unaufhörlich gegen unser Bungalow flog. Ich hab mir das Spektakel von innen angeschaut, während Olivia anfangs noch cool war - nämlich so lange bis ihr das blöde Ding in den Ausschnitt geschossen ist. Nachdem sie sich ihr Oberteil vom Leib gerissen hat, hab ich sie von der Terrasse evakuiert. Bei dieser Gelegenheit hab ich nach oben zur Lampe auf der Terrasse geschaut, unter der ich die letzten 3 Stunden sass. Es überkam mich ein kalter Schauer: ein Dinosaurier!!! Tatsächlich! Eine 50cm lange Riesenechse hatte die ganze Zeit über mir gesessen (vgl. Bild1). Noch unter Schock haben wir die Kinder geweckt und ihnen alles erzählt und gezeigt, Fotos gemacht und das Haus verriegelt und haben schnell versucht Schlafen zu gehen. Gerade als wir einschlafen wollten - plötzlich: Zack, Zack, Bäääähhhm, Pooosch, Bäääähhhhm, wieder der riesige, gehirnamputierte Käfer! Mitten über unserem Bett - der Irrflug gipfelte in der Ritze zwischen Matratze und Wand. Nach langer Zeit hatten wir den Deppen mit einem Glas und einer Schreibunterlage fixiert und ihn nach draussen befördert. Totschlagen kann man ein Tier dieser Klasse nicht. Da bräuchte man ein Gewehr. Irgendwie hat der Trottel-Käfer sich an der Olivia ins Haus geschlichen. So viel zu heute Nacht.
Der heutige Tag war ruhig. Die Kinder haben am Pool und am Strand mit Lia und Laurien gespielt, wir Eltern hatten viel Zeit, Jakob hat wieder alle Krebse am 7km langen Privatstrand bis in die späten Abendstunden gesammelt, ich hab mir das Motorrad vom Resort geschnappt und hab nach Mitteln zur Insektenabwehr gesucht. Am Abend haben Lina, Jakob, Lia und Laurien zusammen mit thailändischen Kinder und den Kindern eines israelischen Resortbesitzers, der zu Besuch war, Katzen gefangen. Ganz am Ende hat Jakob es sogar noch geschafft zwei Geckos zu fangen und ist jetzt der Held der Insel. Wir Eltern konnten uns in Ruhe unterhalten und haben nach ein paar Bier dann noch ein Sang Som Set vernichtet (1 Flasche Rum mit Cola). Ach eine Sache, die heute noch aufregend war: die 3jährige Tochter der netten Thailänderin, die sich hier um die Zimmer kümmert, war weg. Ihre kleinen FlipFlops waren am Strand Richtung Meer geparkt und die Mutter befürchtetet das Schlimmste. Um Gottes Willen! Wir waren tatsächlich schon im Wasser und haben nach der Kleinen gesucht - die Mutter musste feste weinen.. Als wir dann später den Strand entlang in einer Garküche Mittag gegessen haben, haben wir sie dort fröhlich, ausgelassen mit anderen Kinder spielen sehen. Die Mama von Lia und Laurien ist dann gleich zurück und hat die verzweifelte Mutter geholt..
Bin noch etwas vertränt vor Lachen während ich diese Zeilen schreibe...ich glaube ich hätte diesen Hirbel Käfer mit Tränengas vollgesprüht und mich vor Angst wahrscheinlich selber blind gemacht...solche Viecher sind wirklich ätzend aber zum Glück nicht gefährlich ! Alles Liebe aus dem stinkenden Paris...und bis bald wieder in Muenchen !
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