Ein Tag wie jeder andere. Frühstück, Kajak, Sandburgen, Sonnen, Schnorcheln - doch dann: plötzlich fragt uns einer aus unserer kleinen Gemeinschaft: "Wie kommt ihr eigentlich heute Abend dahin?" Ich: "Was? Wohin? Warum?" Er: "Naja zum Festival, ab 15:00 ist hier alles zu. Gibt kein Essen auf der Insel heute Abend, alle Resorts und Restaurants machen zu. Es gibt nur was auf dem Fest. Da ziehen alle an einem Strang!" Ich: "Quatsch, das hätte ich mitbekommen!", also bin ich eine Palme weiter zu Roger und hab ihn gefragt ob ihm der Ausnahmezustand heute bekannt sein. Roger schaute mich an wie ein Auto. Er wusste auch nichts von irgendeinem Fest. Also sind wir zu zweit zum Resortleiter und haben ihn gefragt ob das stimmt und warum es keinen Aushang gab und wo wir denn jetzt heute Abend essen sollen. Jens, der Resortbesitzer war etwas überrascht, dass wir das nicht wissen und bestätigte alles! Heute gibts nur Essen und Trinken am grossen Pier auf dem Umwelt-Fest - alles andere hat zu. Er fragte uns ebenfalls wie wir denn da heute hin kommen...
Plötzlich hatte ich Stress! Wir müssen später zum Pier und es geht um die blanke Existenz. Nur dort gibt es Essen für die Familie! Sofort bin ich rüber und hab die Golfcart-Besitzerin angefleht uns das Ding zu überlassen. Nach bisschen hin und her sass ich auf dem Golfcart und das Abendessen war gesichert - der Mini-Reisetag konnte beginnen. Roger und ich haben Taschenlampen vorne und hinten befestigt und es konnte los gehen. Das Honeymoon-Pärchen haben wir natürlich mitgenommen.
Koh Mak ist eine echt kleine Insel. Auf dem besagten Festival ging es darum, dass man unter keinen Umständen den Massentourismus will und der umweltgerechte Umgang mit dem Tourismus absolute Priorität hat. Kein Luxus-Resort, keine Supermarktketten, kontrollierter Verkehr auf die Insel und sorgsamer Umgang mit CO2. Trotzdem gabs das Bier aus Plastikbechern und das Essen aus Styrobehältern in Plastiktüten. Es waren allerdings Fahrräder mit grossen Dynamos aufgebaut, an denen die Besucher den Strom für die Band erzeugen mussten. Ziemlich seltsames Fest mit zu viel Reden und Politprominenz, Essen war überteuert und die Schlange am Klo lang. Auf dem Heimweg hat das Golf-Cart sein Geist aufgegeben und ist nur noch gefahren wenn man es angeschoben hat - alles absteigen, anschieben, aufspringen und das Alles ohne Licht, unangeschnallt nach 6 Bier - jetzt sind wir froh im Bungalow zu sein und ich hab schon Angst wie ich morgen das kaputte Golf-Cart zurückgeben soll. Aufregender Tag! Gute Nacht!
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