Freitag, 16. Januar 2015

Ausflugstag im Nationalpark von Kao Sok

Man glaubt es kaum, aber wir haben die Nacht im Baumhaus überlebt! Und zwar alle vier bzw sechs! Ich hab sogar hervorragend geschlafen, und auch der Andi hat trotz herabfallender Gegenstände, Tiergeräuschen und Surren ein wenig Schlaf gefunden.
Der Morgen ging dann schon mal sehr lustig los, als der Jakob auf dem Freiluftklo bemerkte, dass nicht nur er auf dem Klo sass, sondern neber ihm auch ein kleiner Frosch. Todesmutig hat der Andi ihn dann mit einer Tüte gefangen und ihn in der Wildnis ausgesetzt...
Nach unserem einmaligen Frühstück auf der Baumhaus Terrasse sind wir dann mit unserem Fahrer "M" (der hiess wirklich so) eine Stunde lang (Die Kinder und ich sassen übrigens unangeschnallt im Kofferraum) durchs thailändische Hinterland gefahren um schliesslich am Pier des Koa Sok Nationalpark Stausees zu parken. M parkte am steil abfallenden Hang und bemerkte dann aber schliesslich dass die Handbremse an seinem geliehenen Auto nicht funktionierte. Aber er vertagte das Bremsenproblem bzw die Frage vom Andi, wie er jemals wieder diesen eh schon illegalen Parkplatz zu verlassen gedenke auf später.... Thai Style halt. Probleme werden einfach ausgesessen. (Als wir von unserem Tagestrip zurückkehrten, parkte kein Auto weit und breit mehr und so konnte er relaxt das Auto ausparken).
Gut: M hat sich darufhin ein Speed-Longtail-Boot besorgt und wir konnten uns ins extrem wacklige Boot begeben. M hat uns losgebunden und aufs Wasser rausgeschubst - Motor anlassen - nix - nochmal - nix ausser georgel. Nochmal: Batterie leer. Wir trieben im Wind auf den See raus. M: Paddel! Keine Chane! Andi: kopfschüttel. Kurz darauf kam ein weiterer Longtail-Pilot vorbei und wir dachten M redet mit ihm darüber dass wir jetzt in sein Boot umsteigen und der Andere sich um das kaputte Boot kümmert. Das andere Boot kam, machte an uns fest, M sprang rüber, und M sagte: i come back in 10 minutes. Wir also alleine auf dem Boot - Wind treibt uns mittlerweile weit weg von Pier.. Lina weint.
Kurz bevor wir auf der gegenüberliegenden Seite vom Pier im Schilf verschwunden wären kam ein 15jähriger mit nem Monster-Longtail-Boot, dem wir wohl Leid getan haben. Er fuhr an uns ran - bremste zu spät und: Impact! Sein Bug hat unser Sun-Roof zerrissen und das Gestänge verbogen. Wo war eigentlich M? Der Teenager hat uns daraufhin zum Pier geschleppt - und nach kurzer Zeit kam M. Zurück. Allerdings nicht mit einem anderen Boot- sondern mit einer neuen Batterie. Jetzt kamen weitere Piloten und haben zusammen die Batterie vom Diesel-Aggregat ausgetauscht, während wir weiter im wackligen Boot sassen und mittlerweile eigentlich schon fast den Trip canceln wollten. Aber dann: Neue Batterie - Motor springt an - M gibt Gas - alle strahlen. Und endlich konnte es los gehen. Wir haben auf dem grössten Stausee Asiens innerhalb kürzester Zeit alle überholt die ursprünglich mit uns angekommen sind und M hat uns die geilsten Stellen vom See gezeigt. (etwa so gross wie der Gardasee). Super Landschaft, super Boot, super Wetter! Mittags sind wir dann in eine Ecke gefahren wo keine Touristen sind und haben in einem Haus im Wasser gegessen (super Essen!) dort gabs ein Sprungturm (Thai-Style: aus Holz zusammen gezimmert) und alle ausser mir (sogar die Lina) sind vom 3 Meter Turm ins Wasser gesprungen. Toll war es!
Danach sind wir irgendwo ans Ufer gefahren und von dort einen Mini-Pfad durch den Dchungel gewandert. Alles was Flora und Fauna bietet hat uns M erklärt und gezeigt. Er hat es sogar geschafft, ein Cameleon mit der bloßen Hand zu fangen -daraufhin war er natürlich der Held unseres Sohnes! Ich glaub er steigt jetzt vom Krebsefang auf Eidechsenfang um. Erwähnenswert sind die Löcher der Taranteln - die Grösste die wir gesehen haben war ca. 25cm gross. Nach einer Stunde Wanderung kamen wir zu einem kleinen Hüttchen, wo uns ein Mann mit einem Bambus-Floss über den Fluss transportiert hat. Von dort ging es nochmal steil bergauf und dann: Coral-Cave! Das glaubt man nicht wenn man nicht rein gegangen ist. Stalaktiten und Stalagniten, die in einer Höhe von 40 Metern, geglitzert haben wie Eis. Fledermäuse, grosse Spinnen mit leuchtenden Augen. Für alle ein einzigartiges Erlebnis!
Nach der Höhle ging es über den Fluss zurück in den Urwald und über den See zurück zum Pier in der tief stehenden Sonne: einzigartig! M hat uns am Ende noch den Staudamm gezeigt. Es wurde auf 100 Meter Höhe ein Gebiet so gross wie der Gardasee geflutet. Auf der einen Seite Wasser, auf der anderen Seite 100 Meter weiter unten: Urwald!
Ein einzigartiger Tag im Khao Sok Nationalpark geht zu Ende - jetzt Essen und ab ins Baumhaus. Gute Nacht!

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